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MS "Latona"- Der Lebenslauf eines Frachters.

Im Jahre 1937 lief bei der Schiffbau Ges.-„Unterweser“ A.G. Wesermünde, unter der Baunummer 2588 der Motorfrachter „LATONA“ für die Bremer Reederei D.G. Neptun von Stapel.

„LATONA“ war von der Reederei für die Rhein-Seeschifffahrt konzipiert. Das Schiff hatte eine Länge über alles v.76,15 m und eine Vermessung 1125 BRT. Der Antrieb des Schiffes erfolgte über zwei MAN 6 Zylinder Dieselmotoren mit einer Gesamtleistung über 1020 PS. Diese Leistung wurde auf zwei Schiffsschrauben übertragen, welche dem Schiff eine Reisegeschwindigkeit v. 10 Knoten verlieh.

Nach erfolgreicher Probefahrt wurde „LATONA“ am 16.Mai 1937 in Fahrt gesetzt und machte mehrere Reisen im Rhein-Seeverkehr und nach Portugal und Spanien.

Im Jahre 1940 wurde das Schiff bei der Bremer Vulkan Werft zum Einsatz als Lazarettschiff umgebaut und stand ab 3. März 1940 der Kriegsmarine für das Unternehmen „Seelöwe“ zur Verfügung. 1941 wurde  „LATONA“ nochmals bei Usinger in Hamburg zum Navigations-Schulschiff umgebaut und verblieb dort bis zum Kriegsende 1945.

Nach der Kapitulation wurde „LATONA“ Eigentum der Tripartite Merchant(TMMC) und diente dem britischen Truppenstab in Kiel als Wohnschiff. Am 12.Juni 1945 wurde das Schiff dem Reeder zurückgegeben. Die Seebeck-Werft in Bremerhaven überholte das vom Kriegsgeschehen arg gezeichnete Schiff und „LATONA“ wurde am 1.Dezember 1948 wieder im Liniendienst nach Portugal und Spanien eingesetzt.
 


„LATONA“ löscht in Villagarcia-Nordspanien eine
Ladung Automobile. Die Bevölkerung verfolgt die
Löscharbeiten der VW-Käfer mit Interesse.
Foto: J. Goeman, 1954.
 
 

„LATONA“ liegt an einer Ausweichpier im Wellandkanal-
Kanada und wartet auf die Weiterfahrt nach Chicago-USA.
Foto: J. Goeman, 1954.



Ich machte im Jahre 1954 die Bekanntschaft mit „LATONA“ und musterte am 15.Juni auf diesem Schiff an. Unter dem Schiffsführer Kapitän Bohlen machte ich einige Reisen nach Portugal und Spanien. Nach dieser Zeit wurde „LATONA“ an die Hamburg-Chicago Linie verschartert und verkehrte von Europa Große Seen.
 
 

„LATONA“ gerät auf der Überfahrt nach Nordamerika unterhalb
Neufundland in einen schweren Orkan. Ein Seemann hängt zur
Wellenberuhigung Behälter mit Oel an die Außenbordwand.
Foto: J. Goeman, 1954.


Nach meiner Dienstzeit auf MS „LATONA“ wurde das Schiff wieder im Liniendienst nach Portugal und Spanien eingesetzt. Am 10.01.1962 war das Lebensende des Schiffes gekommen, dass Schiff „LATONA“ wurde bei R. Harmsdorf Wasserbau & Travewerft GmbH Lübeck von Schneidbrennern zerlegt.

Mein nächstes Schiff war MS "Helios", der DG.NEPTUN-Reederei. MS "Helios" wurde unter Bau-Nr.526 von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, Flensburg, gebaut.Das Schiff hatte eine Vermessung ü. 2474 BRT und wurde am 25.1.1951 an den Reeder übergeben. Das Einsatzgebiet des Schiffes war überwiegend der Spanien-Liniendienst. Besonders in der Saison wurden auf der Heimreise Südfrüchte verladen. Während meiner Dienstzeit wurde nach einer Spanienreise das Schiff an einen New Yorker Reeder verchartert und im Südamerika-Westindien-Dienst beschäftigt.
 

Hier liegt im Hafen von St. John's, Kanada, 
das Schiff förmlich auf dem Trockenen. 
Der Tiedenhub beträgt ca. 13 Meter.  Foto: J. Goeman, 1955

Während einer Reise hatte "Helios" einen Maschinenschaden und mußte zur Reparatur in eine Werft. Die DG.NEPTUN wollte diese Reparatur bei einer deutschen Werft ausführen lassen, womit der Chartervertrag auslief. Auf der Heimreise übernahmen wir in Columbien eine Ladung Kaffee für schwedische Abnehmer. In der Ostsee herrschten arktische Temperaturen und die See hatte schon einen Eispanzer bekommen.Als wir in Örnskelsvik die Ladung gelöscht hatten, konnte das Schiff nicht mehr ohne Eisbrecher den Hafen verlassen und so lagen wir dort für einige Tage fest. Die Heimreise war beschwerlich.

Im Heimathafen Bremen musterte ich ab.